Am letzten Spieltag im November des Jahres 2025 war Betrieb am Regensburger Fußballhafen. Die Rostocker Kogge hisste im hohen Norden ihre Segel und legte am Sonntag in Regensburg an. Der FC Hansa Rostock liegt unserem Jahn sportlich überhaupt nicht. In den bisher erfolgten 14 Pflichtspielen in Liga und Pokal gegen den FCH gewann der SSV lediglich ein einziges Mal, teilte sieben Mal die Punkte und ging in sechs Partien als Verlierer vom Platz. Der letzte und einzige Sieg gegen Rostock ist schon ein paar Jährchen her: In der damaligen Drittligasaison 2016/2017 schlug der Jahn zum Saisonauftakt Hansa durch zwei Standards mit 2:0 und eröffnete die Aufstiegssaison mit einem Heimdreier. Beide Teams waren zuletzt erfolgreich: Wir schlugen in der Ferne Aachen, Rostock holte in Schweinfurt einen Dreier.
Am Freitag vor diesem Heimspiel jährte sich der Tod von Jahn-Profi Agy Diawusie zum zweiten Mal. Aufgrund dessen nutzten wir diesen Spieltag erneut dafür, um ihm zu gedenken. Im Vorfeld fertigten wir einen Überhänger an, der die gesamten 90 Minuten über unserer Zaunfahne zu sehen war. Agy für immer! Um bedürftige Kinder und Familien zu unterstützen, die sich finanziell in schwierigen Situationen befinden, organisierten wir, gemeinsam mit dem Fanprojekt Regensburg, zur Weihnachtszeit eine Spendenaktion, die wir beim Heimspiel gegen Rostock mit Plakaten bewarben. Für den Förderverein Mütter in Not e.V. Regensburg sowie die Kinder- und Jugendhilfe St. Vincent sammeln wir mit eurer Mithilfe Spielzeuge, Freizeit- und Sportgegenstände, Klamotten für Kinder sowie Bargeldspenden. Alle Informationen diesbezüglich sowie die offiziellen Abgabetermine für Sach- und Bargeldspenden findet ihr hier. Der HJT e.V. organisierte zudem wieder einen Adventskalenderverkauf, dessen Erlöse an den Regensburger Traumzeit e.V. gespendet werden. Am Fanstand gab es zudem den BFU-Saisonrückblick der vergangenen Saison sowie neue Kleberpakete. Bei feinstem Nebelwetter fand erneut ein bundesweiter Protestspieltag bezüglich der kommenden Innenministerkonferenz statt. Während des Protests zeigten die Hansafans ein „Seit wann lassen sich Hähne von einer Henne leiten? Behrens rupfen!!“-Spruchband, welches mit einer Karikatur einer übergewichtigen Behrens-Henne endete. Am Zaun der Hans Jakob Tribüne war der Schriftzug „Der Fussball ist sicher!“ zu lesen. Darüber hinaus war im Heimblock S2 ein „Joachim Herrmann, wann kommt die IMK fürs Oktoberfest? 0,004 % Verletzte bei 25 Mio. Besuchern rechtfertigen eure populistischen Maßnahmen nicht!!“-Transparent zu sehen. Zwölf Minuten wurde dem Geschehen auf dem Grün lautlos gefolgt. Die gut circa 2.200 Rostocker Gästefans verlängerten den Protest sogar auf 19 Minuten und brachen anschließend mit einer „Vorwärts Hansa! Vorwärts FCH!“-Choreo ihr Schweigen. Die Rostocker Kreativköpfe zogen den oberen Choreoschriftzug per Seilzug unter das rote Stadiondach. Komplettiert wurde die optische Aktion durch ein blau-weiß-rotes Fahnenmeer. Nach einer knappen halben Stunde erschien auf der HJT zudem noch ein „Agy unvergessen!“-Spruchband. Nachdem sich der ein oder andere Jahnfan eine Glühweinhalbe reingezwiebelt hatte und bei wenigen Grad Celsius schön langsam auf Betriebstemperatur kam, wurde es auf dem Feld immer hitziger. Zuerst küsste eine abgefälschte Hansa-Bogenlampe die Oberkante der Regensburger Latte, dann nahm das Unheil seinen Lauf. Rostock ging durch ein glückliches Stümpertor, bei dem sich unsere Hintermannschaft nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, in Führung. Das erste Lowlight des bodenlosen Schiedsrichtergespanns war dann der Platzverweis für Jahn-Akteur Seidel in der 37. Minute. Diese rote Karte kann man zwar mit viel Fantasie irgendwie vertretbar erklären, nichtsdestotrotz sprechen zwei der drei entscheidenden Parameter dagegen. Alleine schon, dass der überforderte Schiedsrichter am Ende zum TV-Rapport vors Mikro tritt, um seine fraglichen Entscheidungen zu rechtfertigen, spricht für sich. Da bringt es uns auch nichts, wenn er zugibt, beim „Handspiel“ einen Fehler gemacht zu haben. Der Herr pfeift 3. Liga und keine Kreisklasse. Und uns geht es nicht nur um den spielentscheidenden Platzverweis oder den katastrophal falschen Elferpfiff, sondern auch um die unklare Linie, die ungleiche Zweikampfbewertung und die willkürliche Kartenverteilung. Der Auftritt des gesamten Gespanns war definitiv drittligaunwürdig. Wir versuchen seit unserer Gründung zwar logischerweise immer wieder, uns bei jeglichen Schiedsrichterleistungen zurückzuhalten. Aber das was an diesem Spieltag über 90 Minuten zusammengepfiffen wurde, ist eine Frechheit und sucht seinesgleichen. Wenigstens hatte Rostocks Strafstoßschütze einen ausgeprägteren Gerechtigkeitssinn und hob die Kugel über das Tor. Jedem Fußballkenner muss klar sein, dass die Gäste infolge der recht frühen Überzahl das Spiel machten und sich mehr Räume ergaben. Die beiden Treffer ab der 70. Spielminute konnten hier kaum vermieden werden. Der Fußballgott war an diesem Spieltag gewiss Hanseate.
Das Ergebnis schmerzt zwar ein bisschen, aber am kommenden Wochenende steht wenigstens schon das Highlight der Saison an: Hoffenheim II, ein Verein so überflüssig wie ein Kropf. Es ist unser allererstes Aufeinandertreffen mit der Zweitvertretung der TSG. Meldet euch wieder für die vorhandenen Busse an und mobilisiert euer Umfeld, damit wir für eine angemessene Heimspielatmosphäre in Sinsheim sorgen können. Lasst uns die Jahnelf gemeinsam zum Sieg schreien, um wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden.
Alle nach Sinsheim!
~ Castra Regina Invicta