Nach der Heimniederlage gegen Rostock und der Auswärtspleite in Hoffenheim, bei der der rot-weiße Chancenwucher seinesgleichen suchte, wäre an diesem Heimspieltag der allerbeste Zeitpunkt, wieder einen Sieg zu feiern. Die diesmalige Gelegenheit ergab sich gegen den SV Waldhof Mannheim, welcher zuletzt Saarbrücken mit 2:1 bezwingen konnte. Der fünfmalige Baden-Landespokalsieger, zweifache Meister der Regionalliga Südwest sowie einmalige Zweitligameister aus Monnem ist zählt definitiv zu den kultigsten Traditionsvereinen der Bundesrepublik. Der SVW machte in den achtziger Jahren für ganze sieben Spielzeiten die deutsche Bundesliga unsicher. Die beste Erstligaplatzierung der Mannheimer war der sechste Tabellenplatz in der Saison 1984/1985 unter dem damaligen Chefcoach Klaus Schlappner, welcher bis heute für die romantischste und erfolgreichste Phase der Blau-Schwarzen steht. Die jüngere Vergangenheit des diesmaligen Gegners sieht allerdings etwas trister aus: Von 2012 bis 2018 dümpelte der SVW in der Regionalliga rum, ist allerdings seit der Spielzeit 2019/2020 wieder drittklassig. In den beiden vergangenen Jahren steckte der Kultklub allerdings durchgehend im Abstiegskampf, sprang dem erneuten Absturz in den Amateurbereich trotz alledem ganz knapp von der Schippe. Diese Saison läuft für die Gäste bis dato etwas erfreulicher ab. Vor der Partie ist der Waldhof seit vier Pflichtspielen inkl. Landespokal ungeschlagen und reiste als Tabellensiebter in das Herzstück der Oberpfalz. Im direkten Vergleich haben die Waldhof-Buwe ebenfalls leicht die Nase vorn: In den bisherigen sechs direkten Aufeinandertreffen im bezahlten Fußball mit unserem SSV konnte der SVW vier Siege einfahren und musste sich nur zwei Mal geschlagen geben. Das letzte Duell im März 2024 verloren unsere Rothosen in der Ferne mit 3:1.
Den Ehrenamtsspieltag eröffneten wir mit Glühwein und Bratwurst an einem der vielen Regensburger Christkindlmärkte. Stimmung kam auf, als die traditionellen Perchten mit Ruten und Glocken durch die enge Örtlichkeit marschierten. Fun Fact: Die Schläge mit Ruten oder Rossschweifen durch Perchten sollen nach dem Brauchtum Glück und Gesundheit bringen. Dies sollte sich bekanntlich im Laufe des Tages noch bestätigen. Am Fanstand vor der HJT gab es für Unterstützer des gleichnamigen e.V. die Möglichkeit, einen neuen Winterschal zu erwerben. Das gespendete Becherpfand wurde an diesem Tag als finanzielle Unterstützung für die Beerdigung eines Jahnfans eingesetzt. Ruhe in Frieden, Christoph! Für die kürzlich verstorbenen Klaus und den bereits erwähnten Christoph wurden ebenfalls Spruchbänder präsentiert. Dieser Spieltag stand im Namen des 25-jährigen Jubiläums des ältesten Jahn-Fanclubs „Power vom Tower“. So wurde der Legenden-Fanclub nicht nur mit diversen Transparenten, sondern auch mit einer Choreo, die aus einer Jahnturm-Blockfahne sowie roten und weißen Plastikschwenkern bestand, gefeiert. Alles Gute, PvT! Auch Mannheim wertete das Duell auf den Rängen zu Spielbeginn optisch auf. Hinter dem Choreobanner „Sechs Acht Weltmacht“ wurden Bengalos und blau-schwarze Rauchtöpfe gezündet, eine Blockfahne wurde ebenfalls hochgezogen. Stimmungstechnisch ordnete sich dieses Duell unauffällig in den Saisondurchschnitt ein. Nur in der 20. Minute herrschte aufgrund eines verletzten Mannheim-Fans kurz Stille im Stadion. Schnell gab es wieder Entwarnung, wodurch der Support erneut aufgenommen wurde. Unsere Tripleschwenker drehten im Jahnstadion ebenfalls wieder ihre Runden. Die geballte Ladung Pech und Unvermögen vom vergangenen Spieltag sollte sich dieses Mal wirklich in Glück und Kompetenz umwandeln. Bereits nach nur drei Zeigerumdrehungen zappelte das Spielgerät im Jahn-Gehäuse. Glücklicherweise entschied das Schiedsrichtergespann hier auf knappes Abseits, dessen Richtigkeit sich anhand der Highlight-Videobilder nicht überprüft werden konnte. Nach einer guten Viertelstunde lenkte Gebhardt dann einen tückischen Aufsetzer blendend am Tor vorbei. Die besseren Chancen in der ersten Halbzeit erspielten sich definitiv die Gäste. Der nächste vermeintliche Führungstreffer der Mannheimer wurde ebenfalls vom Schiri-Assistenten einkassiert. Auch diese Abseitsentscheidung war mehr als knapp und ließ sich nicht sicher auflösen. Der Fußballgott war endlich mal wieder Jahnfan. Kurz vor der Pause brachte Jahn-Urgestein Saller die Jahnelf nach einer Flanke, die auf einen Schiedsrichterball folgte, in Front. Eine sehr schmeichelhafte Pausenführung. Unsere Truppe kam mit ordentlich Offensivdrang aus den Katakomben. Erst hatte Fein das 2:0 auf dem Fuß, dann scheiterte Hottmann vor dem leeren Tor kläglich. Eines unserer größten Stochertore erzielte dann in der 55. Spielminute Jahn-Abwehrtier Strauß. Darf auch mal sein. Nach 69 Minuten machte dann Kühlwetter den Deckel drauf, 3:0. Mannheim hätte in der ersten Halbzeit gut und gerne führen können. Aufgrund der dominanten zweiten Hälfte ging der Heimsieg am Ende dann mehr als in Ordnung. Dass dieser final vielleicht ein bis zwei Tore zu hoch ausfiel, ist uns in dieser schweren Saisonphase relativ egal. Nach Abpfiff feierten wir abschließend den Dreier mit der Mannschaft und schickten aufgrund der anstehenden Landespokalauslosung, bei der das Derby gegen Burghausen möglich ist, noch liebe Grüße an die Wackerschweine. Scheiß BGH!
Im Abstiegskampf sind dies enorm wichtige Punkte. Durch den Heimsieg rücken wir auf den 13. Tabellenplatz vor, vier Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Die Hinrunde ist noch nicht vorbei. Am kommenden Freitag reisen wir ins brandenburgische Cottbus, die trotz der Niederlage gegen Wiesbaden weiterhin von der Tabellenspitze nach unten blicken. Ein ordentlicher Brocken wartet da am nächsten Spieltag auf uns. Lasst uns dem FCE den Jahresabschluss versauen, um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu sammeln.
Alle nach Cottbus!
~ Castra Regina Invicta